Am Ende leider im Ton vergriffen Neu  |  03.01.2018 10:00

Im Stimmbruch: „Pitch Perfect 3“ beschert den „Barden Bellas“ leider nicht ihren verdienten Abgang.

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IM TON VERGRIFFEN: Das Finale der „Pitch perfect“-Trilogie beschert den „Barden Bellas“ um Beca (Anna Kendrick) leider nicht den Abgang, den sie nach zwei akzeptablen Teilen verdient gehabt hätten. Foto: Universal

IM TON VERGRIFFEN: Das Finale der „Pitch perfect“-Trilogie beschert den „Barden Bellas“ um Beca (Anna Kendrick) leider nicht den Abgang, den sie nach zwei akzeptablen Teilen verdient gehabt hätten. Foto: Universal

Es war im Sommer 2012, als sich eine kleine, unscheinbare Musikkomödie namens „Pitch Perfect“ zum Überraschungshit mauserte und über 115 Millionen US-Dollar weltweit einspielte – bei Produktionskosten von gerade einmal 17 Millionen. Und der Erfolg ging weiter, denn drei Jahre später erschien „Pitch Perfect 2“ und konnte das Einspielergebnis seines Vorgängers mehr als verdoppeln. Die Geschichte der A-cappella-Gruppe „Barden Bellas“ war zwar nie frei von Kitsch oder Klischees, aber die toll inszenierten Musik-Acts und der wunderbar harmonierende Cast rund um Anna Kendrick, Rebel Wilson und Brittany Snow konnten die Schwächen stets ausgleichen.
Jetzt kommt mit „Pitch Perfect 3“ der letzte Auftritt der „Bellas“ in unsere Kinos – und gleichzeitig auch ihr schwächster. Dabei gibt es nach wie vor peppige Gesangseinlagen, und die Chemie zwischen dem Hauptdarstellerinnen-Ensemble passt einfach perfekt. Es ist schlicht und ergreifend die Story, die Finale der Trilogie einiges an Unterhaltungswert raubt.
Das größte Problem ist, dass es die Drehbuchautoren - im Gegensatz zu ihren Protagonistinnen - einfach nicht hinbekommen, den richtigen Ton treffen. Zum einen setzt „Pitch Perfect 3“ auf die bewährte Handlungsformel der Vorgänger und schickt die „Bellas“ in einen Musikwettbewerb. Der sogenannte Twist allerdings: Ihre Gegner sind keine anderen A-cappella-Gruppen, sondern DJs und Rockbands, die mit ihrer Technik und ihren Instrumenten natürlich einen klaren Vorteil gegenüber den Stimmkünstlerinnen haben.
So weit, so gut, jedoch hielt es irgendjemand für eine tolle Idee, dass diese Geschichte nur den halben Handlungskern des Films bieten sollte. Denn parallel zur Musik-Story gibt es plötzlich noch eine Geschichte mit fiesen Gangstern, Entführungen, explodierenden Yachten und Rettungsaktionen im Stil von „Mission: Impossible“ – und das will einfach so gar nicht zusammenpassen.
Zum einen ist der Tapetenwechsel zur Action-Komödie für die „Pitch Perfect“-Reihe einfach zu krass, andererseits findet der Streifen aber auch überhaupt keine Balance zwischen den beiden Erzählzweigen und geht auch bei keinem von ihnen wirklich ausreichend in die Tiefe, um den Zuschauer auch emotional anzusprechen. Was bleibt, ist ein unausgewogener Mix zweier Genres, der zwar die Stärken seiner Vorgänger zwar, aber nicht in dem Maße einsetzt, dass sie die Qualität des Streifens nennenswert anheben können.
Auch wenn die „Pitch Perfect“-Reihe definitiv kein Meisterwerk der Filmgeschichte war – einen besseren Abgang hätten die „Bellas“ absolut verdient gehabt.
Aaron Tanzmann