Ein Fisch tanzt im Zickzack Neu  |  05.02.2018 11:00

Der Dreistachlige Stichling ist der Fisch des Jahres 2018. Der Winzling kommt in zwei Erscheinungsformen vor.

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EIN FISCH, ZWEI ERSCHEINUNGSFORMEN: Der Dreistachlige Stichling (Gasterosteus aculeatus) ist der Fisch des Jahres 2018. Foto: Herbert Frei

EIN FISCH, ZWEI ERSCHEINUNGSFORMEN: Der Dreistachlige Stichling (Gasterosteus aculeatus) ist der Fisch des Jahres 2018. Foto: Herbert Frei

Mit dem Dreistachligen Stichling (Gasterosteus aculeatus) fällt die Wahl auf eine besondere Kleinfischart, die vor allem aufgrund ihres charakteristischen Aussehens und einzigartigen Brutverhaltens zu den bekanntesten heimischen Fischarten gehört. Der Dreistachlige Stichling ist eine von vielen Fischarten, die ein außergewöhnliches Laichverhalten zeigen. Auch jährliche Laichwanderungen gehören dazu.
Mit der Wahl zum Fisch des Jahres wollen die Kuratoren zeigen, dass auch Kleinfischarten Aufmerksamkeit verdienen. Sie wollen deutlich machen, dass sich hinter Fischarten wie dem Dreistachligen Stichling einzigartige Lebens- und Verhaltensweisen verbergen und damit den Blick für die vielen Besonderheiten unserer heimischen Fischfauna schärfen.
Mit einer durchschnittlichen Gesamtlänge von fünf bis acht Zentimetern gehört der Dreistachlige Stichling zu den kleinsten heimischen Süßwasserfischen. Seine Verbreitung reicht von den küstennahen Gewässern bis in den alpinen Raum.
Es wird zwischen einer stationären Süßwasserform und einer wandernden Form unterschieden, die jährlich aus ihren marinen küstennahen Lebensräumen zum Laichen in die Unterläufe der Flüsse zieht. Im Salzwasser halten sich Stichlinge im Schutz ufernaher Unterwasserpflanzen auf. In den Binnengewässern werden pflanzenreiche Flachwasserzonen in Seen oder langsame fließende sommerwarme Fließgewässer bevorzugt.
Der Schwarmfisch verändert sein Verhalten zur Laichzeit grundlegend. Die Männchen suchen dann im ufernahen Flachwasser Brutreviere und verteidigen sie vehement gegenüber Artgenossen. Auch das Erscheinungsbild ändert sich: Die Brust färbt sich rot, der Rücken blaugrün und die Augen funkeln silberblau. Mit diesem „Hochzeitskleid“ signalisieren sie den Weibchen ihre Fruchtbarkeit.
Innerhalb kurzer Zeit baut das Männchen aus Pflanzen- und Algenmaterial ein Nest auf dem Gewässerboden. Nähert sich nach vollendetem Nestbau ein laichbereites Weibchen, lockt das Männchen es mit ruckartigen Bewegungen, dem sogenannten Zickzack-Tanz, ins Nest, wo es zur Eiablage kommt.
Nachdem das Weibchen das Nest verlassen hat, befruchtet das Männchen die Eier. Anschließend verlässt das Weibchen das Revier, und das Männchen übernimmt die Brutpflege.
Mehrere Wochen lang beschützt es die Jungfische, bis mit zunehmender Größe der Pflegetrieb langsam erlischt und es seine auffällige Körperfärbung wieder verliert.