Frühblüher helfen Insekten und Vögeln 15  |  13.03.2019 09:45

Endlich ist es soweit: Mit den ersten blühenden Bodenpflanzen erwachen die heimische Flora und Fauna aus dem monatelangen Winterschlaf.

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EIN FEST FÜR DIE AUGEN: Und für die ersten Insekten des Jahres ein reich gedeckter Tisch. Die weißen Buschwindröschen und der violette Lerchensporn (ihn gibt es auch in einer weißen Erscheinungsform) sind wertvolle Nahrungsquelle für Hummeln und andere frühe Fluginsekten.

EIN FEST FÜR DIE AUGEN: Und für die ersten Insekten des Jahres ein reich gedeckter Tisch. Die weißen Buschwindröschen und der violette Lerchensporn (ihn gibt es auch in einer weißen Erscheinungsform) sind wertvolle Nahrungsquelle für Hummeln und andere frühe Fluginsekten.

Jetzt schießen sie überall aus dem Boden: Blaustern, Winterling, Krokus, Buschwindröschen, Leberblümchen, Lerchensporn und Schneeglöckchen künden vom Erwachen der heimischen Flora aus dem Winterschlaf.
Unter den noch unbelaubten Sträuchern und Bäumen nutzen die Frühblüher die ersten Sonnenstrahlen für ihr Wachstum. „Von den rund 60 heimischen Pflanzenarten, die vom Jahresbeginn bis in den April hinein blühen, profitieren Insekten wie Hummeln und andere Wildbienen. Von diesen sind in der Nahrungskette alle anderen Tiere abhängig, an allererster Stelle unsere Vögel“, erläutert Stefan Bosch, Fachbeauftragter für Vogelschutz beim Nabu Baden-Württemberg.
Häufig verraten schon die Namen der Pflanzen, wann sie blühen: Schneeglöckchen, Märzenbecher und Osterglocken haben sich auf verschiedene Witterungsbedingungen spezialisiert. Die Voraussetzungen für den Frühstart mussten sich die Blumen bereits im Vorjahr erarbeiten, indem sie ausreichend Kohlenhydrate in Form von Stärke gespeichert und sich frühzeitig unter die Erde zum Überwintern zurückgezogen haben.
 
Auch Frühblüher verwenden Frostschutz
 
Mit der Kraft aus ihren Speicherorganen – Wurzelstöcke, Knollen oder Zwiebeln – drängen sie vor allen anderen mit ihren Blättern und Blüten ans Licht. Nun können sie die einfallenden Sonnenstrahlen für die Fotosynthese nutzen. „Zu dieser frühen Zeit im Jahr erreichen rund 50 Prozent der Gesamteinstrahlung die Krautschicht. Nach der Laubentfaltung der Sträucher und Bäume dringen lediglich zwei Prozent bis zum Boden vor“, erläutert Stefan Bosch.
Um Nachtfrost und Kälteeinbrüche zu überstehen, haben bestimmte Arten eigens Frostschutzmittel entwickelt. So lagern Schneeglöckchen Salze ein, die verhindern, dass das Wasser in ihren Knollen, Blättern oder Trieben gefriert. Dagegen nutzen Narzissen Schleimstoffe als Kälteschutz.
 
Bunte Farbtupfer locken die ersten Insekten an
 
Als Nahrungsquelle sind Frühblüher insbesondere wichtig, weil es nach dem kargen Winter für Insekten und Vögel noch keine sonderlich reichlich gedeckte Tafel gibt. Daher rät Stefan Bosch: „Wer Insekten und Vögeln in der Brutsaison helfen will, sollte unbedingt Frühblüher im Vorgarten pflanzen.“ Zudem sorgen Winterlinge, Schneeglöckchen, Blaustern, Krokusse und Narzissen für erste bunte Farbtupfer im Garten, und die erfreuen auch den Menschen.nabu