Infekte aus der Kita 33  |  08.01.2018 10:00

Gerade in der kalten Jahreszeit bringen die Kleinen Schnupfen oder Erkältungen am Fließband mit nach Hause. Oft aber drohen auch ernstere Erkrankungen.

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WO VIELE KINDER BEISAMMEN SIND, SIND INFEKTE NICHT WEIT: In Herbst und Winter bringen die Kleinen Schnupfen und Erkältungen am Fließband mit nach Hause - und manchmal auch ernstere Erkrankungen wie Ringelröteln oder Dreitagesfieber. Foto: KKH

WO VIELE KINDER BEISAMMEN SIND, SIND INFEKTE NICHT WEIT: In Herbst und Winter bringen die Kleinen Schnupfen und Erkältungen am Fließband mit nach Hause - und manchmal auch ernstere Erkrankungen wie Ringelröteln oder Dreitagesfieber. Foto: KKH

Eltern kennen das Problem nur zu gut: Kaum ist der Nachwuchs in Krippe oder Kindergarten eingewöhnt, bringen die Kleinen eine Krankheit nach der anderen mit nach Hause.
Gerade in der kalten Jahreszeit folgt ein Schnupfen auf den anderen. Doch meist bleibt es nicht bei einer harmlosen Erkältung: Dort, wo viele Kinder auf engem Raum zusammenkommen, lauern auch die Erreger typischer Kinderkrankheiten. „Gegen Windpocken, Masern und Röteln sind viele Kinder heutzutage geimpft, denn dies wird vom Robert-Koch-Institut und den Kinderärzten empfohlen. Stattdessen gibt es eine Vielzahl an Viruserkrankungen mit Hautausschlag, Fieber und Abgeschlagenheit, die die kleinen Patienten durchmachen müssen“, sagt Horst Gentner vom Serviceteam der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH).
Drei-Tage-Fieber tritt vor allem bei Kleinkindern auf
Eine dieser Kinderkrankheiten ist das sogenannte Drei-Tage-Fieber. Diese Erkrankung wird von einem Herpesvirus verursacht und tritt vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Ende des dritten Lebensjahres auf. Die kleinen Patienten leiden dabei – wie der Name sagt – rund drei Tage unter hohem Fieber. „Oft fühlen sich die Kinder dabei sehr abgeschlagen, und Eltern vermuten eine schwerwiegende Erkrankung. Doch in der Regel geht das Fieber abrupt zurück und es erscheint auf Brust, Bauch und Rücken ein roter kleinfleckiger Hautausschlag“, erklärt Gentner. Bei vielen Kindern verläuft die Krankheit in abgeschwächter Form, sodass sie oft unbemerkt bleibt. Wer sich einmal mit dem Erreger angesteckt hat, ist gegen eine Neuinfektion immun und kann nicht erneut daran erkranken.
Juckender Ausschlag und schmerzhafte Bläschen
Ebenfalls hochansteckend ist die Hand-Mund-Fuß-Krankheit, die durch Enteroviren hervorgerufen wird. Betroffen sind in der Regel Kinder zwischen zwei und sechs Jahren. Auch hier beschreibt der Name die Symptome: An den Handinnenflächen und Fußsohlen tritt ein rötlicher, juckender Ausschlag auf, und im Mundraum und im Windelbereich können sich kleine, schmerzhafte Bläschen bilden. Zudem haben die Kinder häufig Fieber. „Kinder mit einem akuten Infekt dürfen nicht in die Kita, bis keine neuen Bläschen mehr auftreten“, erklärt Gentner. Bei dieser Kinderkrankheit ist eine erneute Ansteckung möglich, da der Erreger immer wieder in veränderten Virusstämmen auftreten kann.
Ringelröteln sind eine Gefahr für ältere Kinder
Ältere Kinder zwischen fünf und 15 Jahren sind zudem häufig von Ringelröteln betroffen. Mit Röteln haben Ringelröteln außer dem Namen nichts gemeinsam. Die beiden Krankheiten werden von unterschiedlichen Erregern ausgelöst.
Bei Ringelröteln bildet sich zunächst ein schmetterlingsförmiger, großflächiger Hautausschlag auf Wangen und Nase. Nach ein bis zwei Tagen können auch Arme und Beine betroffen sein. Mit der Zeit verwandeln sich die Flecken in blassrote Ringel, daneben klagen die Betroffenen über Fieber und Gliederschmerzen. Wer die Krankheit einmal überstanden hat, ist lebenslang geschützt. „Für Kinder verläuft die Erkrankung in der Regel harmlos. Eine Gefahr besteht allerdings für schwangere Frauen, die gegen das Virus nicht immun sind“, so Gentner. Bei einer Ansteckung kann das Ungeborene geschädigt werden, weshalb sich Schwangere von Einrichtungen mit Ringelröteln-Infektionen unbedingt fernhalten sollten.
Ungefährlich, aber für Eltern und Kinder nervig ist eine Bindehautentzündung, die ebenfalls häufig in Kindertagesstätten vorkommt. Die durch Bakterien verursachten roten, eitrig verklebten Augen sind äußerst unangenehm und hochansteckend.
Erst nach dem Abklingen geht‘s wieder in die Kita
Damit eine Ausbreitung in der Gemeinschaftsreinrichtung vermieden wird, dürfen die betroffenen Kinder erst nach Abklingen der Beschwerden und regelmäßiger Behandlung mit vom Arzt speziell verschriebenen Augentropfen in den Kindergarten wiederkommen. „Leider können die Kinder an einer solchen Infektion der Augen immer wieder neu erkranken“, erklärt Gentner.