Angst vor der dunklen Jahreszeit? 23  |  23.10.2019 10:00

Die Zauberformel beim gefürchteten Herbst-Winter-Blues heißt aktiv sein. Ausreichend Bewegung im Freien bei Tageslicht ist das beste Gegenmittel - und wer sich bewegt, sollte sich auch Ruhepausen gönnen.

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DAS TUT GUT AN DUNKLEN, NASSEN TAGEN: Und wenn im heißen Kakao auch noch ein paar Marshmallows schwimmen – umso besser hilft er gegen den Herbst-Winter-Blues. Genauso wichtig ist Bewegung bei Tageslicht - draußen, an der frischen Luft.

DAS TUT GUT AN DUNKLEN, NASSEN TAGEN: Und wenn im heißen Kakao auch noch ein paar Marshmallows schwimmen – umso besser hilft er gegen den Herbst-Winter-Blues. Genauso wichtig ist Bewegung bei Tageslicht - draußen, an der frischen Luft.

Foto: stock.adobe.com/Pixel-Shot

Der Herbst ist da - und mit ihm buntes Laub und Wetter zum Drachen steigen lassen. Doch der Herbst ist auch die Zeit von Kälte und Nässe, Erkältungen, Dunkelheit und kurzen Tagen.
Etliche Menschen, gleich ob jung oder alt, fallen im Winterhalbjahr in ein Stimmungstief. Sie kommen kaum aus dem Bett, sind traurig, missgelaunt und lustlos. Das können Anzeichen für den sogenannten Herbst-Winter-Blues sein. Die Symptome treten wiederholt im Herbst und Winter auf und ähneln denen einer ernst zu nehmenden Depression ? darunter Lustlosigkeit, Niedergeschlagenheit sowie Konzentrationsstörungen. Anders als bei einer Depression im klinischen Sinne treten beim Winterblues vermehrter Schlafbedarf und Heißhungerattacken auf.
„Wenn die Tage kürzer und damit dunkler werden, steigert unser Körper die Bildung des Schlafhormons Melatonin“, erklärt Horst Gentner vom Serviceteam der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Aalen. „Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft zu Fuß oder mit dem Rad hilft dem Körper, das Melatonin besser abzubauen.“
Hinzu kommt: Durch den Lichtmangel im Winterhalbjahr wird auch die Produktion des Glückshormons Serotonin gedrosselt. Auch dagegen hilft Bewegung draußen bei Tageslicht, denn mittels Licht produziert der Körper vermehrt Serotonin und auch mehr stimmungsaufhellende Endorphine.
Ideal ist es, Sport mit Freunden oder Bekannten zu treiben. Das heißt auch: Öfter mal weg von Fernseher, PC und Smartphone, raus aus den vier Wänden, sich mit Freunden verabreden und Geselligkeit suchen, denn auch Rückzug kann Traurigkeit verstärken. Und so ist aktiv sein die Zauberformel gegen Trübsal und Lustlosigkeit, auch an Schlecht-Wetter-Tagen. Da bietet sich zum Beispiel auch der Besuch eines Hallenbades oder einer Sauna an: Das verleiht nicht nur Wohlempfinden pur, sondern kurbelt obendrein den Kreislauf an und stärkt das Immunsystem.
Wer regelmäßig aktiv ist, hat auch Ruhezeiten verdient: Der Winter eignet sich besonders gut, um zu entschleunigen, Stress abzubauen und zu entspannen. Daher sollte man es sich ab und an auf dem Sofa gemütlich machen mit der Lieblingsmusik auf den Ohren oder einem guten Buch und einer Tasse heißem Kakao, denn Körper und Psyche benötigen Ruhe und Entspannung, um Kraft zu tanken.
Wichtig zu wissen: Die Grenzen zwischen Herbst-Winter-Blues und einer echten Depression sind fließend. Dauern Stimmungstief und Antriebslosigkeit mehr als zwei oder drei Wochen an und zehren sie an der Lebensqualität, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.