Auf den Zeitpunkt kommt es an 40  |  18.03.2020 11:15

„Gerne würde ich mehr saisonales Obst und Gemüse einkaufen. Doch woher weiß ich überhaupt, wann welche Sorten gerade Saison haben?“

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„Diese Frage hört man öfter, als man meinen sollte. Offenbar ist die Unsicherheit beim Verbraucher groß“, weiß Ernährungswissenschaftlerin Dr. Anette Neubert.
Helfen können Saisonkalender. Sie geben einen guten Überblick, in welchen Monaten bestimmte Obst- und Gemüsesorten in Deutschland geerntet werden und erhältlich sind.
Die Entscheidung für saisonale Lebensmittel hat mehrere positive Aspekte. So ist der Anbau regionaler, saisonaler Produkte umweltschonender, denn außersaisonales Obst und Gemüse wird meist nicht in unseren Breitengraden angebaut und hat daher lange Transportwege hinter sich. Dies wirkt sich aufgrund höherer CO2-Emissionen negativ auf die Klimabilanz aus.
Aber auch regional angebautes Obst und Gemüse kann erhebliche Mengen an Treibhausgasen verursachen. So fallen zum Beispiel bei Bohnen aus Treibhausanbau fast 29-mal mehr Treibhausgase als beim Freilandanbau an.
Ein weiterer Vorteil von saisonalen Lebensmitteln ist der niedrigere Preis. Lange Transportwege bedeuten hohe Transportkosten, die direkt auf den Verbraucher umgelegt werden.
Zudem schneidet saisonales Obst und Gemüse auch geschmacklich besser ab. Nicht saisonale Ware wird in der Regel aufgrund der langen Transportdauer unreif geerntet und reift während des Transportes und im Laden nach. Darüber hinaus weisen erntefrische Produkte den höchsten Vitamingehalt auf und sollten daher schnellstmöglich nach dem Kauf verzehrt werden.
Und zu guter Letzt: Wer sich beim Verzehr von Obst und Gemüse am Saisonkalender orientiert, ernährt sich automatisch abwechslungsreicher. Jede Jahreszeit hat ihre spezifischen Obst- und Gemüsesorten: Im Frühling erfreuen sich unter anderem Spargel, Rhabarber und Erdbeeren großer Beliebtheit. Der Sommer bringt eine reiche und vielseitige Auswahl an Obst und Gemüse mit sich. Beeren, Kirschen, Pflaumen, Tomaten, Zucchini oder Auberginen sind vor allem in der warmen Jahreszeit in bester Qualität erhältlich.
Aber auch im Herbst gibt es mit Birnen, Quitten, Rote Bete, Kürbis oder Wirsing nährstoffreiches Obst und Gemüse. Manche Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel oder Kürbisse können problemlos für einen längeren Zeitraum gelagert werden. Grünkohl, Pastinaken und Steckrüben gehören zu den robusten Gemüsesorten, die den ersten Frost gut vertragen. Manche Sorten lassen sich alternativ gut einfrieren oder einmachen und sind somit das ganze Jahr lang verfügbar.
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