Multitalent aus dem Moor 28  |  08.01.2020 09:30

Großer Bahnhof für den Fieberklee: Die Blume des Jahres kann zwar kein Fieber senken, ist aber Klimabotschafterin und bietet Nahrung für Hummeln und Bienen.

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KLIMABOTSCHAFTER MIT WUNDERSCHÖNEN BLÜTEN: Die Loki Schmidt Stiftung hat den Fieberklee zur Blume des Jahres ausgerufen. Damit sollen Moore und Sümpfe in den Fokus gerückt werden, die enorm wichtig sind  als Kohlendioxid-Speicher.

KLIMABOTSCHAFTER MIT WUNDERSCHÖNEN BLÜTEN: Die Loki Schmidt Stiftung hat den Fieberklee zur Blume des Jahres ausgerufen. Damit sollen Moore und Sümpfe in den Fokus gerückt werden, die enorm wichtig sind als Kohlendioxid-Speicher.

Foto: stock.adobe.com/Beate Sorg

Fieberklee ist ein Multitalent und wird Naturfreunde ein Jahr lang in die Welt der Moore, Sümpfe und Feuchtwiesen führen, denn dort ist er zuhause. Die mehrjährige Sumpfblume ist eine typische Art der Übergangsmoore und bereitet als Frühbesiedler in Verlandungszonen anderen Pflanzenarten den Weg.
Die Blume des Jahres ist nahezu perfekt an diese Lebensbedingungen angepasst, denn ihre hohlen Stängel und Blattstiele dienen dem Auftrieb und der Durchlüftung am Wasserstandort. Seine ganze Schönheit stellt der Fieberklee dann zwischen April und Juni zur Schau, wenn er mit seinen zarten, weißen und auffällig stark bewimperten Blüten vor allem Hummeln zu Tisch bittet.
Mit der Benennung des Fieberklees zur Blume des Jahres macht die Loki Schmidt Stiftung aufmerksam auf den dringend notwendigen Schutz der Moore und thematisiert deren Bedeutung für Mensch und Natur. Denn nicht nur eine Vielzahl gefährdeter, hoch spezialisierter Arten fühlt sich hier wohl: Auch das Klima wird in erheblichem Maße durch Moorlandschaften beeinflusst.
Der Grund: In der obersten Schicht der besonders nassen, sauerstoffarmen Böden lagert sich abgestorbenes pflanzliches Material an, ohne zersetzt zu werden. Dieses Material nennt sich dann Torf. Obwohl Moore nur drei Prozent der Erdoberfläche bedecken, binden sie in ihren Torfschichten etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder weltweit und gehören damit neben Meeres-Plankton, Salzwiesen und Wäldern zu den „Klimaschützern“ schlechthin. Werden sie entwässert, gelangt Luft in den Moorkörper, und der Torf wird abgebaut. Folglich entweichen nicht nur riesige Mengen des gespeicherten Kohlendioxids, sondern auch Lachgas, dessen klimaschädliche Wirkung 300-mal höher.
 
Aktion „Moore retten“: Zeichen setzen für Natur- und Klimaschutz
 
Die Wahl der Blume des Jahres hat die Stiftung dazu angeregt, die Aktion „Moore retten“ ins Leben zu rufen. Hiermit wollen die Naturschützer gemeinsam mit Spendern ein Zeichen für Natur- und Klimaschutz setzen, Moorflächen renaturieren und als Stiftungsland dauerhaft sichern. Seit ihrer Gründung setzt sich die Loki Schmidt Stiftung für den Schutz der Moore ein, „doch nie hat ein Biotop so sehr für unsere gesellschaftliche Verantwortung gestanden“, sagt Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung.
Wer gerne mehr über die Blume des Jahres 2020 erfahren will, bestellt sich die Broschüre zum Fieberklee, den Kalender oder auch die Postkarte gegen eine geringe Gebühr (Info: E-Mail an bestellung@loki-schmidt-stiftung.de). Ab Februar kann man sich auch unter www.loki-schmidt-stiftung.de über eine Vielzahl von Veranstaltungen zur der Blume des Jahres und zur Aktion „Moore retten“ informieren.