NABU: Mehr Platz für den Frühlingsspatz 16  |  20.03.2020 08:00

Wie man zum Weltspatzentag am 20. März mit kleinen Aktionen den munteren Vogel unterstützen kann.

Bilder

Foto: Stock.adobe.com/Wiltrud

Tschilp-tschilp" zwitschert es dieser Tage von vielen Dächern und aus Sträuchern. Zum Weltspatzentag ruft der NABU dazu auf, dem Botschafter für Stadtnatur neuen Wohnraum und mehr leckere Körner zu bieten. "Das fröhliche Tschilpen einer Spatzenkolonie muntert uns auf, besonders in solch schwierigen Zeiten. Wer jetzt Corona-bedingt zuhause sitzt, freut sich bestimmt über die zwitschernden Besucher auf Terrasse und Balkon oder im Garten. Mit ein wenig Material und etwas Platz für Stauden oder Nisthilfen ist dem munteren Gesellen geholfen. Wer jetzt ein wenig Zeit und Geld investiert, kann sich viele Jahre über reichlich Spatzenbesuch freuen", sagt der NABU-Fachbeauftragte für Ornithologie, Stefan Bosch.
 
Der Haussperling ist ein Kulturfolger. In der Nähe des Menschen fühlt sich der Singvogel wohl, sofern er einen geeigneten Platz zum Brüten, Hecken und Sträucher zum Verstecken sowie Insekten, Körner und Sämereien als Nahrung findet. Neben kultivierten Getreidearten, wie Weizen und Hafer, liebt er die Samen von Wildgräsern und -kräutern, wie Gänsefuß, Knöterich oder Miere. In naturnahen Gärten mit Stauden, Blühstreifen, Hecke oder Strauch finden Sperlinge viele Kleintiere, die sie zur Jungenaufzucht benötigen. Noch vor Jahrzehnten war er eine allgegenwärtige Vogelart. Doch seine Bestände haben europaweit erheblich abgenommen, vor allem in Stadtzentren und auf dem Land tschilpt es deutlich seltener. Besser sieht es in durchgrünten Vorstädten aus. Ursachen für den starken Rückgang sind der Nahrungsmangel zur Jungenaufzucht, die Altbausanierungen und fehlende Körner im Winter.
 
Wer Lust auf ein kleines Pflanzprojekt hat, um den Spatz zu unterstützen, hier ein Tip: Sonnenblumen lassen sich prima in Töpfen ziehen. Wer jetzt Samen auf der Fensterbank vorzieht, kann sie hinaussetzen, sobald es frostfrei ist. Auch Hirse lässt sich ab April/Mai selbst anbauen und direkt ins Beet aussäen.
 
Ein dauerhafter Platz für den Spatz
Spatzen sind Höhlen- und Nischenbrüter. Bei der Wahl ihres Nestes sind sie flexibel. Eine Nische unterm Dach, ein verlassenes Schwalbennest, ein Nistkasten oder eine üppige Fassadenbegrünung - alles potenzielle Kinderstuben für Familie Spatz. Weil viele Häuser saniert wurden, ist der Spatz auf neuen Wohnraum angewiesen. Am besten eignet sich ein spezielles "Spatzen-Mehrfamilienhaus", aber auch ein einzelner Nistkasten wird gern bezogen. Beides kann man fertig kaufen oder mit etwas Geduld und Geschick selbst bauen. Kleine Bauprojekte können eine willkommene Abwechslung für Kinder sein, die jetzt zuhause bleiben müssen. Dazu gehören eine Vogeltränke oder eine mit Sand gefüllte Mulde im Garten, die der Spatz für ein Staubbad anfliegt.
 
Besonders wohl fühlen sich die Spatzen im Land im Rhein-Neckar-Raum, wie eine Auswertung der "Stunde der Gartenvögel" der vergangenen Jahre zeigt. Unter den kreisfreien Städten ist Mannheim mit 8,2 Vögeln pro Garten bundesweit Spatzenspitzenreiter, auch Karlsruhe, Ludwigshafen und Freiburg liegen weit vorne.
 
Kurzinfo Haussperling (Passer domesticus) 

  • Häufiger Singvogel, 20 bis 30 Gramm schwer, 14 bis 16 cm groß, wird bis zu fünf Jahre alt
  • Tagaktiv, gesellig, häufig in Trupps unterwegs, liebt Hecken und Hausbegrünungen als Versteck
  • Vorliebe für Körner und Samen (kräftiger Schnabel), zur Brutzeit ab etwa Mitte April sammelt er Insekten, Raupen und andere tierische Nahrung für die Jungen
  • Baut ein einfaches Nest in Nischen oder Höhlen, vorzugsweise an Gebäuden oder in Baumhöhlen und bezieht Nisthilfen

pm/NABU Baden-Württemberg