Nichts wie ran ans Futterhäuschen 22  |  17.12.2019 16:45

Ob Kleiber, Meise, Fink oder Spatz – alle haben ihren Platz: Nabu-Tipps zur fachgerechten Winterfütterung.

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SELTEN GESEHENER GAST: Auch die hübsche Haubenmeise kann man mit etwas Glück an der Futterstelle beobachten.

SELTEN GESEHENER GAST: Auch die hübsche Haubenmeise kann man mit etwas Glück an der Futterstelle beobachten.

Foto: Frank Derer

Seit dem ersten Frost füllen viele Vogelfreunde wieder ihre Futterhäuschen und -säulen auf, hängen Meisenknödel in die Äste und legen Obststückchen aus. So füllen sich die Gärten, Vorgärten und Balkone wieder mit einer bunten Vogelschar auf der Suche nach Leckereien.
„Mit attraktivem, gesundem Futter und sauberen Futterplätzen locken wir eine Vielzahl an Vögeln in den Garten. Damit schaffen wir ein Naturerlebnis für Groß und Klein direkt vor unserer Haustüre. Kinder sind begeistert, wenn sich neben Spatz, Blau- und Kohlmeise auch seltenere Gäste wie Erlenzeisige oder Gimpel bedienen – und sie diese auch erkennen“, sagt Dr. Stefan Bosch, Nabu-Fachbeauftragter für Ornithologie.
Angesichts des Vogelschwunds möchten viele Menschen Vögeln bei der Futtersuche helfen, damit sie gut durch den Winter kommen. „Allerdings erreicht die Fütterung am Vogelhaus weniger als zehn Prozent der heimischen Brutvogelarten, meist sind es Körnerfresser, die das Angebot nutzen. Optimal wäre es daher, für alle Vögel Natur- und Kulturräume zu schaffen und zu erhalten, in denen sie das ganze Jahr über satt werden. Einen solchen Beitrag liefern etwa Stoppeläcker, auf denen Restkörner liegen bleiben, oder Altgrasbestände und Wegränder, die nicht abgemäht wurden, sowie naturnahe Gärten.“
In entsprechend gestalteten Gärten finden Vögel ausreichend Sämereien und Beeren. Zu den vogelfreundlichen Sträuchern gehören Haselnuss, Holunder, Liguster, Schneeball oder Weißdorn. Die Früchte des heimischen Weißdorns schmecken 32 Vogelarten, die des Schwarzen Holunder fressen sogar über 60 Vogelarten: „Wer im Hausgarten auf heimische, Beeren tragende Sträucher setzt, unterstützt die Vogelwelt“, fasst Bosch zusammen.
Auch Gräser, Blumen und Getreidesorten wie Distel, Vogelmiere und Mohn bieten Samen- und Fruchtstände, die manchem Vogel schmecken. Wer Sonnenblumen nach dem Blühen stehen lässt, lockt Körnerfresser wie Buch- und Grünfink an.
 
Welches Futter schmeckt wem?
 
Als Basisfutter eignen sich Sonnenblumenkerne. Futtermischungen enthalten weitere Samen verschiedener Größe: „Reine Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern sind mit einem kräftigen Schnabel ausgerüstet und lieben Sonnenblumenkerne, Hanf und andere Sämereien“, erklärt Bosch. Daneben überwintern bei uns aber auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star. Sie bevorzugen tierische Kost oder sehr feine Sämereien wie Hirse oder Leinsamen. Hinzu kommen Allesfresser wie Meisen, Spechte und Kleiber, die im Winter von Weichfutter auf Körnern umstellen.
 
Vier goldene Regel
 
1. Keine Speisereste, kein Brot, verdorbenes Futter oder gesalzene Speisen wie Nüsse anbieten
2. Kleine Futterspender sind besser als große und Futtersilos besser als offene Vogelhäuschen oder Futterbretter
3. Geeignet sind energiereiche Samen und Nüsse, Hafer, Maisflocken, Sonnenblumenkerne, Sämereien, Hirse, Fettfuttergemische, Obst und Rosinen
4. Bodenfutterstellen trocken aufstellen oder extra Bodenfutterspender nutzen. An einem übersichtlichen Ort platzieren, damit sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können
Der Nabu-Shop hält die Broschüre „Vögel füttern im Winter“ bereit. Bestellen kann man sie online unter www.nabu-bw-shop.de.