Prämie für den Meisterbrief Neu  |  27.11.2019 09:00

Die Landesregierung macht mit der Meisterprämie einen wichtigen Schritt zur Gleichwertigkeit der handwerklichen Bildung: Handwerkskammer Ulm begrüßt diese wirtschaftspolitische Entscheidung als überfällig.

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HANDWERK HAT GOLDENEN BODEN: Und macht sich ab sofort auch wieder in barer Münze bezahlt. Die Landesregierung hat beschlossen, dass junge Handwerker nach bestandener Meisterprüfung eine Prämie von 1500 Euro erhalten.

HANDWERK HAT GOLDENEN BODEN: Und macht sich ab sofort auch wieder in barer Münze bezahlt. Die Landesregierung hat beschlossen, dass junge Handwerker nach bestandener Meisterprüfung eine Prämie von 1500 Euro erhalten.

Foto: Handwerkskammer Ulm

In den meisten Bundesländern gibt es die Meisterprämie schon, jetzt hat sie auch die Landesregierung in Baden-Württemberg beschlossen: Handwerker erhalten künftig nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung 1500 Euro.
Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm Dr. Tobias Mehlich begrüßt die Nachricht: „Die Entscheidung aus Stuttgart ist richtig. Wir müssen die Meisterbildung gleich behandeln wie ein Studium und für junge Menschen anreizen.“
Die durchschnittlichen Kosten einer Meisterausbildung belaufen sich auf 10 000 Euro. Der Student trägt sie in aller Regel selbst, während ein akademischer Student keine Kosten zu tragen hat. Mit der Einführung der Meisterprämie erhalten die Absolventen nun ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für ihre Leistung und ihr Engagement. „Das ist ein wichtiger Schritt der Landesregierung zum Abbau der vielen Diskriminierungen der beruflichen Bildung, die wir in den letzten Jahren errichtet haben“, so Mehlich.
Von dieser Entscheidung profitieren pro Jahr rund 600 junge Handwerker im Gebiet der Handwerkskammer Ulm. Diese Meister leisten auch der Bevölkerung als Versorger der Regionen einen Dienst: „Wer heute eine Meisterausbildung im Handwerk macht, bildet morgen junge Menschen aus. Er gründet aber eben auch ein Unternehmen und ist als Arbeitgeber ein wichtiger Steuer- und Sozialversicherungszahler, und vor allem auch ein wichtiger Versorger unserer Bevölkerung. Oder anders gesagt: Die Investition in die Meisterprämie macht Handwerkerleistungen für Verbraucher zeitlich möglich und hält gleichzeitig Handwerkspreise bezahlbar, so ist es letztlich auch Verbraucherschutzpolitik“, so Mehlich.
In den sieben Stadt- und Landkreisen der Handwerkskammer Ulm steht in den kommenden fünf Jahren etwas mehr als jeder achte Handwerksbetrieb zur Übergabe an: Insgesamt sind 2600 Betriebsinhaber älter als 60 Jahre. Die mit Meisterbrief ausgebildeten Fachkräfte sorgen nicht nur für den künftigen Handwerker-Nachwuchs, sondern können auch Betriebe führen, übernehmen oder neu gründen.
„Die Meisterprämie ist im Handwerk angewandte Wirtschaftspolitik und nicht allein Führungskräfteentwicklung“, so Dr. Tobias Mehlich weiter. Und mehr noch: „Sie ist der Geburtshelfer für die mittelständischen Handwerksbetriebe, die morgen unsere ländlichen Regionen versorgen sollen.“
 
Anzahl der Handwerksbetriebe im Kammergebiet (Stand 2018):
 
Heidenheim: 1521
Ostalbkreis: 4049
Alb-Donau-Kreis: 2787
Stadt Ulm: 1275
Biberach: 2654
Ravensburg: 4052
Bodenseekreis: 2759