Wildblumen säen als Insekten-Buffet 17  |  25.10.2019 10:00

Nicht alle Mischungen sind tatsächlich geeignet. Der Nabu empfiehlt, beim Kauf der Samentütchen auf mehrjähriges Saatgut achten.

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DAS GEHT NICHT NUR AUF DEM FELD: Auch im heimischen Garten kann man ein Wildblumen-Buffet anrichten für die verschiedensten Tiere. Wie, das weiß der Nabu.

DAS GEHT NICHT NUR AUF DEM FELD: Auch im heimischen Garten kann man ein Wildblumen-Buffet anrichten für die verschiedensten Tiere. Wie, das weiß der Nabu.

Foto: Michael Sauer

Der Herbst läutet die Ruhephase in der Natur ein. Wer im Frühjahr verpasst hat, eine Wildblumenwiese einzusäen, kann das jetzt nachholen.
Bienenweide, Schmetterlingstraum oder Wildblumenmischung – die verheißungsvollen Namen von Blumensamenmischungen in Baumärkten und Geschäften versprechen viel. Aber welchen Nutzen haben sie tatsächlich für Wildbienen und Schmetterlinge?
„Eine Wiese mit heimischen Wildpflanzen kann vielen Tieren Nahrung und Unterschlupf bieten und damit die biologische Vielfalt fördern“, sagt Nabu-Gartenexpertin Anna Sesterhenn. Sie freut sich über das zunehmende Interesse an Themen rund um die naturnahe Gartengestaltung: „Das Thema Artensterben scheint in der breiten Bevölkerung angekommen zu sein. Sehr viele Menschen möchten der Insektenwelt vor der Haustüre ganz gezielt etwas Gutes tun, indem sie eine Blumenwiese anlegen. Das ist erst mal toll“, freut sie sich.
Aber Vorsicht: „Nicht in jedem als Bienenweide deklarierten Samentütchen sind Pflanzenarten enthalten, die Gartenhummel und Garten-Wollbiene nützen“, warnt die Expertin. Sie empfiehlt einen prüfenden Blick, damit der summende Flugverkehr im Garten im kommenden Frühjahr startet. „Teilweise werden gar keine Pflanzenarten auf dem Etikett genannt, sondern es steht nur Schmetterlingstraum oder Bienenwunder auf der Tüte. Davon sollte man besser die Finger lassen“, rät Sesterhenn. Wildbienen & Co. können oft mit Zuchtsorten und Exoten wie Cosmeen, gefüllten Kornblumen oder Primeln, die häufig in Mischungen enthalten sind, nicht viel anfangen.
„Eine richtige Wildblumenwiese ist schön fürs Auge und noch dazu pflegeleichter als ein feiner, englischer Rasen“, so die Nabu-Gartenexpertin. Mehrjährige Wiesenarten blühen auch noch in den folgenden Jahren ohne weiteres Zutun, da häufig nur der oberirdische Teil der Pflanze im Winter abstirbt. Zudem muss eine Wildblumenwiese meist nur ein bis zwei Mal im Jahr gemäht werden – das spart eine Menge Zeit. Eine artenreiche Wiese kann also nicht nur nützlich für Hummeln, Marienkäfer und Amseln sein, sondern bietet auch eine Menge Vorteile für uns Menschen.
Empfehlenswerte Nahrungspflanzen für Insekten sind Gewöhnlicher Natternkopf, Gewöhnlicher Hornklee, Glockenblumen in verschiedenen Arten, Moschus-Malve, Schafgarbe, Wegwarte, Wiesen-Bocksbart, Wiesenflockenblume, Wiesen-Salbei und Wilde Möhre. Eine Liste geeigneter Anbieter für Blumensamenmischungen oder insektenfreundliche Pflanzen findet man unter www.nabu.de/saatgut.