"Heidenheim erleben" mit der Schloss Apotheke 33  |  23.01.2020 00:00

Die Apotheke mit der längsten Tradition in Heidenheim ist die Schloss Aportheke, die seit 1996 in vierter Generation von Dr. Christian Gubitz geführt wird. Allein das Gebäude in der Hauptstraße atmet seine ganz eigene Geschichte.

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1996 stieg Christian Gubitz als Hauptverantwortlicher in die seit Jahrzehnten in Familienbesitz befindliche Apotheke ein.

1996 stieg Christian Gubitz als Hauptverantwortlicher in die seit Jahrzehnten in Familienbesitz befindliche Apotheke ein.

Foto: Rudi Penk

Die historischen Ursprünge der Schloss Apotheke in Heidenheim reichen schon weit mehr als 400 Jahre zurück - seit 1750 befindet sich die Apotheke nachgewiesenermaßen, seit 1900 ist sie zudem im Besitz der Familie Gubitz. In nunmehr vierter Generation leitet Apotheker Dr. Christian Gubitz die Geschicke der Apotheke, die aufgrund ihres frühen Gründungsdatums schon einst als eine der ältesten im Königreich Württemberg galt.
1996 stieg Christian Gubitz als Hauptverantwortlicher in die seit Jahrzehnten in Familienbesitz befindliche Apotheke ein, seither hat sich viel getan in der Hauptstraße 51. Vielen Heidenheimern dürfte vor allem die Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes an der Ecke mit der Pfluggasse in sofort den Sinn kommen, kommt man im Gespräch auf die Schloss Apotheke zu sprechen. Dabei ist letzter noch gar nicht so alt, erst Ernst Gubitz, der Großvater des heutigen Inhabers, hatte für die von außen betrachtet augenscheinlichen Veränderungen gesorgt. Aber auch so atmet das Haus Geschichte, was sicher nicht allein an den mindestens 500 Jahre alten Eichenbalken liegt, auf denen das ganze Gebäude, selbstverständlich verstärkt durch Stahlträger, nach wie vor sitzt.
In den vergangenen Jahren wurde die Schloss Apotheke immer wieder modernisiert, einen größeren Umbau im Gebäudeinneren musste Dr. Christian Gubitz mit der Anschaffung eines Medikamentenautomaten vornehmen, was angesichts der Gebäudebeschaffenheit ein umfangreicheres Vorhaben war. "Soweit ich mich erinnere, waren wir erst die zweite Apotheke in Heidenheim mit einem solchen Automaten", so Gubitz. Inzwischen sind die vollautomatisierten Automaten, bei denen der Apotheker und seine Mitarbeiter unten im Verkaufsraum die gewünschten Medikamente via Rezept oder durch manuelle Eingabe ordern, in vielen Apotheken Standard. In Neubauten von Apotheken werden die Automaten heutzutage wie selbstverständlich eingebaut. "In unserer Filiale im Ärztehaus in der Kurzen Straße war es sogar so, dass wir den Verkaufsraum um den Automaten herumgebaut haben", so Gubitz.
Das spannende an solchen Automaten sei, dass sie ihrer eigenen Logik folgen würden, so Gubitz weiter. Medikamente für Magen-Darm-Probleme würden neben Fieberzäpfchen gelagert. Was viel geordert werde, sei eher weiter vorne sortiert, wenig Nachgefragtes eher im hinteren Teil des Automaten. Ausschlaggebend sei allein die Packungsgröße. "Und für Ware, die nicht vom Automaten gezogen werden kann, etwa Flaschen mit Flüssigkeiten, gibt es noch die klassischen Schubladen", so Dr. Christian Gubitz. Dazu kommen Medikamente, die kühl gelagert werden müssen, und solche in den Tresoren. "Stichwort Betäubungsmittel", erklärt der Apotheker.
Ansonsten bietet die Schloss Apotheke den gleichen Service wie jede andere Pharmazie auch. Ein besonderes Thema ist aber die Herstellung von Salben, wofür Pharmazeutisch-therapeutische Assistentinnen (PTAs) sich extra schulen lassen müssen. "Das ist sehr zeitaufwändig und eigentlich ein Draufzahlgeschäft", so Gubitz. Andererseits sei dies gesetzlich so vorgeschrieben und durch die enge Zusammenarbeit mit einer homöopathisch ausgerichteten Hausarztpraxis auch einer der Gründe, warum viele Kunden in der Schloss Apotheke vorbeikämen.
Neben dem Hauptstandort in der Hauptstraße betreibt Dr. Christan Gubitz die bereits erwähnte Filiale in der Kurzen Straße sowie seit Februar 2010 die Mittelrain-Apotheke, die er von einem Kollegen übernommen hatte.
Mathais Ostertag